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Pumpen-
Therapie

Pumpen-Therapie bei Parkinson

Was ist Apomorphin?

Apomorphin ist ein bekanntes Anti-Parkinson-Arzneimittel. Obwohl der Name Apomorphin sich von Morphin ableitet, gehört es nicht zu den sogenannten Betäubungsmitteln. Es ist chemisch so verändert, dass es keine berauschende Wirkung besitzt. Apomorphin wird der Gruppe der Dopamin-Agonisten zugerechnet. Sein Effekt ist ähnlich dem von Levodopa. Weil es nur zu einem geringen Teil aus dem Darm in den Blutkreislauf aufgenommen wird, kann es nicht als Tablette oder Kapsel eingenommen werden. Es wird daher als Apomorphin-Lösung mittels einer Pumpe in das Unterhautfettgewebe infundiert oder mittels eines Pens bei Bedarf injiziert. Bei dieser sogenannten subkutanen Infusion oder Injektion wird Apomorphin schnell vom Körper aufgenommen (subkutan = unter die Haut). Die gewünschte Wirkung kann schnell eintreten, da das Medikament nicht erst durch den Magen-Darm-Trakt fließen muss. Das ist besonders bei OFF-Phasen günstig, wenn die Beweglichkeit schnell wieder hergestellt werden soll.

Wie wird Apomorphin angewendet?

Wie schon angedeutet, kann Apomorphin-Lösung mittels tragbarer Pumpe über einen Katheter in das Unterhautgewebe infundiert oder mittels Pen bei Bedarf injiziert werden. In jedem Fall wird zu Beginn der Behandlung die individuelle Dosis ermittelt, die nötig ist, um die Krankheitszeichen angemessen zu behandeln. Mit dieser individuell ermittelten Dosis wird die Pumpe für jeden Patienten von einem Spezialisten programmiert. Falls nötig, kann diese Dosis später auch angepasst werden. Der Wirkstoff wird so in der gewünschten Menge und gezielt über einen Katheter, der mit der Pumpe verbunden ist, unter die Haut abgegeben.

Die Pumpe selbst ist klein und leicht. Sie wird in einem Stoffbeutel am Körper mittels Nackengurt oder am Gürtel – ähnlich einem Mobiltelefon – getragen.

Ist die Apomorphin-Pumpe für mich geeignet?

Allgemein lässt sich sagen, dass die Apomorphin-Pumpe für Patienten geeignet ist, die an Wirkungsschwankungen mit häufigen ON-OFF-Phasen leiden und bei denen es während Zeiten guter Beweglichkeit zu unfreiwilligen Bewegungen (Dyskinesien) kommt. Aber auch für Patienten ohne Dyskinesien kann die Apomorphin-Pumpe geeignet sein: wenn OFF-Phasen sehr häufig oder unvorhersehbar auftreten oder wenn bereits ein Apomorphin-Pen benutzt wird und sehr häufige Injektionen nötig sind. Häufigkeit und Dauer unangenehmer OFF-Phasen lassen sich so beeinflussen. Mit der kontinuierlichen Infusion von Apomorphin-Lösung unter die Haut werden gleichmäßigere Arzneimittel-Wirkspiegel im Blut erzielt als mit oralen Arzneimitteln. Möglicherweise kann auch auf die zusätzliche Einnahme oraler Anti-Parkinson-Arzneimittel verzichtet werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie zum Beispiel eines der folgenden Symptome feststellen:

  • Sie brauchen morgens nach dem Aufwachen lange, um in Schwung zu kommen.
  • Sie fühlen sich tagsüber bereits vor der Einnahme der nächsten Tablette oder Kapsel unbeweglich.
  • Bei Ihnen treten regelmäßig OFF-Phasen nach Mahlzeiten auf.

Ihr Arzt entscheidet, welche Art der Therapie für Sie am besten geeignet ist. Dabei berücksichtigt er unter anderem Schweregrad der Erkrankung, Art der Krankheitszeichen sowie Häufigkeit und Dauer von OFF-Phasen.

Wie bekomme ich eine Apomorphin-Pumpe?

Wenn Ihr Arzt zusammen mit Ihnen die Entscheidung für eine Apomorphin-Pumpe getroffen hat, müssen Sie für einige Tage in eine neurologische Abteilung eines Krankenhauses oder eine Parkinson-Spezialklinik aufgenommen werden. Dort wird unter ärztlicher und pflegerischen Aufsicht die individuelle Apomorphin-Dosis ermittelt und die Pumpe entsprechend programmiert. Sie selbst und gegebenenfalls auch Ihre Angehörigen werden in der korrekten Handhabung und im sachgerechten Gebrauch von Pumpe, Kathetern und Zubehör (Medizinprodukte) ausführlich geschult.

Ich nutze bereits die Apomorphin-Pumpe und habe Fragen zur Handhabung

Sollten Sie Fragen zur Handhabung Ihrer Apomorphin-Pumpe haben, wenden Sie sich gerne an Ihren persönlichen Ansprechpartner vor Ort. Für allgemeine Fragen können Sie auch gerne unser Service-Telefon nutzen 05130-58330. Unsere kompetenten Mitarbeiter stehen Ihnen während unserer Öffnungszeiten jederzeit für Fragen zu den Medizinprodukten zur Verfügung.

Im Notfall bei Pumpenausfällen erreichen Sie uns rund um die Uhr, auch außerhalb der Geschäftszeiten, an Wochenenden und Feiertagen unter der folgenden Notfallrufnummer:

Notfall-Telefon: +49-172-670 0 272