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Was ist Apomorphin und wie wird es angewendet?

Geschichte

Der Wirkstoff Apomorphin wurde 1869 erstmals synthetisiert. Die Anwendungen des Apomorphins sind bis heute vielfÀltig. Es wird als Sedativum, zur Behandlung von AlkoholabhÀngigen, als Emetikum (Brechmittel) sowie zur Behandlung des idiopathischen Morbus Parkinson in der SpÀtphase (L-Dopa SpÀtsyndrom) eingesetzt.

Apomorphin wird aus dem Grundstoff Morphium hergestellt, daher der Name. Die Vorsilbe „Apo“ bedeutet sinngemĂ€ĂŸ, es kommt oder stammt vom Morphium ab. Wie wir aus der Chemie wissen, reichen kleine Eingriffe an einem chemischen MolekĂŒl, um einen völlig anderen Stoff mit ganz anderen Eigenschaften herzustellen. Apomorphin macht daher weder abhĂ€ngig noch unterliegt es dem BetĂ€ubungsmittelgesetz (BTM).

Apomorphin als Dopamin - Agonist

In den 1960er Jahren wurde nachgewiesen, dass Apomorphin ein Dopaminrezeptor Agonist ist. Apomorphin ist ein hochpotenter und unspezifischer Dopamin - Agonist, der auf die D1 und D2 - Rezeptoren (D1 - D5) wirkt. Dabei wirkt Apomorphin auf die D2 Rezeptoren 10 x stÀrker als L-Dopa.

Versuche, ĂŒber Apomorphin – Tabletten eine therapeutische Wirkung zu erzielen, scheiterten aufgrund sehr hoher Dosen und starken renalen Nebenwirkungen. So kommt nur eine parenterale Applikation, d.h. eine subkutane (s.c.) intermittierende Injektionen oder kontinuierliche s.c. Infusionen als Applikationsweg zur effektiven Therapie in Frage.

Subkutane Apomorphininjektionen wirken innerhalb von 4 – 7 min. und die Wirkung hĂ€lt ca. 1 Stunde lang an. Daher wirkt Apomorphin schneller als andere Antiparkinson-Arzneimittel in Form von Tabletten oder Kapseln.

Aufgrund der schnellen Wirksamkeit wird Apomorphin auch als “Rettungsmedikament” fĂŒr Parkinsonpatienten bezeichnet. Es kann die MobilitĂ€t erhalten und erhöht die LebensqualitĂ€t des Patienten selbst und dessen Angehörigen.

Wie bei anderen Dopamin-Agonisten, kann Apomorphin bei der Anwendnung Brechreize auslösen oder dem Patienten wird ĂŒbel. Daher werden zumindest ein Tag vor der ersten Anwendung Domperidon - Tropfen (Motilium®) verabreicht, damit keine Übelkeit eintritt. Nach einigen Wochen kann in der Regel die Dosierung reduziert oder ganz darauf verzichtet werden.

Apomorphin wird heute wieder erfolgreich angewendet, besonders bei ausgeprĂ€gten Wirkungsfluktuationen und motorischen Komplikationen (L-Dopa SpĂ€tsyndrom), bei plötzlichen und unerwarteten “ON-OFF”-Phasen, Dyskinesien, Dystonien, “Freezing”, wenn die bisherige orale Therapie in der Wirksamkeit nachlĂ€ĂŸt.

GrundsÀtzlich sollte eine Apomorphintherapie vor einer beabsichtigten Tiefenhirn - Stimulation versucht werden!

Eine Apomorphintherapie ist nicht invasiv und jederzeit reversibel!

GrundsÀtzlich werden zwei verschiedene Methoden der Apomorphinanwendung unterschieden:

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